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Einsatzbericht Großbrand in Glems - Wohnhaus vor der Flammenwand gerettet
17.06.2006 (Einsatznr. 192)



Als um 11:31 Uhr Vollalarm für die Abteilungen Glems und Kernstadt ausgelöst wurde, stand der Stall bereits lichterloh in Flammen. Selbst am Landesflughafen in Stuttgart war der Rauchpilz zu erkennen. Innerhalb weniger Minuten waren zudem mehr als 30 Notrufe bei der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst in Reutlingen eingegangen. Durch berstende Eternitplatten, die durch die enorme Hitze wie Geschosse in den Himmel katapultiert wurden, waren außerdem viele Glemser auf das Großfeuer aufmerksam geworden. Aufgrund der dramatisch klingenden Informationen und der starken Rauchentwicklung ließ Kommandant Hartmut Holder noch auf der Anfahrt zur Einsatzstelle die Abteilung Neuhausen alarmieren.
 Beim Eintreffen des Tanklöschfahrzeuges der Glemser Wehr brannten große Teile des rund 500 Quadratmeter großen Stalles lichterloh. Weil direkt am Schadensort kein Hydrant zur Verfügung steht, beschränkten sich die Wehrmänner zunächst auf eine so genannte Riegelstellung. Dadurch konnte verhindert werden, dass das Feuer auf das benachbarte Wohnhaus und einen weiteren Schuppen in unmittelbarer Nähe des Stalls übergriff. In der Erstphase des Einsatzes gelang es dem Landwirt zusammen mit der Feuerwehr, acht Kühe und ein Pferd aus dem Stall zu retten.
 Bei Arbeiten im Stall war der Landwirt auch selbst auf das Feuer aufmerksam geworden.
Versuche, mit einem Pulverlöscher das entstehende Feuer in den Griff zu bekommen, scheiterten jedoch. Vielmehr breitete sich der Brand, der in großen Mengen frischem Heu reichlich Nahrung fand, rasend schnell aus. Ursache für das Feuer dürfte nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei eine Heubelüftungsanlage sein. Nachdem der Landwirt diese in Betrieb nahm, kam es aufgrund eines technischen Defekts zu einem Kurzschluss.
 Ehe von der Feuerwehr ein umfassender Löschangriff eingeleitet werden konnte, musste zunächst die Versorgung mit Löschwasser sichergestellt werden. Dazu verlegten die Feuerwehrmänner aus Metzingen und Glems eine mehrere hundert Meter lange Schlauchleitung aus dem Dorfkern zur Einsatzstelle. Weiteres Löschwasser, auf das man vor allem in den ersten 30 Minuten dringend angewiesen war, lieferte zudem eine Zisterne in unmittelbarer Nähe des brennenden Stalls. Mit mehreren Löschfahrzeugen wurde ferner ein Löschwasser-Pendelverkehr eingerichtet. Für die auf dem Weg zum Einsatzort verunglückte Drehleiter, leisteten die Kollegen aus Eningen Hilfe.
 Dennoch konnten die zirka 75 Feuerwehrmänner aus allen drei Metzinger Abteilungen, die mit insgesamt 13 Fahrzeugen im Einsatz waren, nicht verhindern, dass der Stall bis auf die Grundmauern nieder brannte. Der Gesamtschaden dürfte sich dabei auf mindestens 100.000 Euro belaufen. Neben der Metzinger Polizei verschaffte sich noch am Samstag die Kriminalpolizei einen Überblick.
 Obwohl das Feuer nach rund einer Stunde unter Kontrolle war, zogen sich die Nachlöscharbeiten bis zum späten Abend hin. Einerseits war es überaus schwierig, das glimmende Heu abzulöschen, andererseits war ein Betreten des in Holzbausweise erstellten Stalles wegen akuter Einsturzgefahr nicht mehr möglich. Mit dem Umweltschutzamt musste zudem abgeklärt werden, wie das kontaminierte Heu und die asbesthaltigen Dachplatten zu entsorgen sind.
 Neben Oberbürgermeister Dieter Hauswirth verschafften sich Rettungsdienstleiter Wilfried Müller sowie die beiden Stellvertretenden Kreisbrandmeister Harald Herrmann und Wolfram Auch ein Bild von der Einsatzstelle. Die DRK-Bereitschaft Metzingen musste lediglich kleinere Verletzungen bei Feuerwehrleuten versorgen, die sie sich bei den Löscharbeiten zugezogen hatten. Am Sonntagmorgen rief man die Metzinger Wehr zur Firma Koch in die Ziegeleistraße, wo sich Heu, das von Glems abtransportiert worden war, noch einmal so stark erhitzt hatte, dass es drohte, sich selbst zu entzünden.

Im Einsatz: ELW 1, 3 LF 16/12, DLK 23-12, 2 TLF 16-25, LF 16-TS, 2 MTW