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Einsatzbericht Hochwasser mit Millionenschaden
31.07.2008 (Einsatznr. 283)



Ein heftiges Gewitter hat in der Nacht zum Donnerstag Verwüstung über die Metzinger Stadtteile Neuhausen und Glems gebracht. Zwar dürfte sich der Sachschaden weit über einer Million Euro bewegen, so ist dennoch niemand verletzt worden.

 Im Metzinger Stadtgebiet hörte man nur dumpfes Donnergrollen und vernahm mäßigen Niederschlag, während in Glems große Mengen Regen niederprasselten. In kurzer Zeit schoss das Wasser über die Wiesen und Felder, der Glemsbach, an sich ein kleines Bächlein, schwol zu einem Fluss an, der alles niederwalzte, was sich ihm in den Weg stellte. Kurz nach Mitternacht gingen bei der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst in Reutlingen die ersten Notrufe ein. Als das Pumpspeicherwerk ebenfalls einen Hilferuf absetzte, löste die Leitstelle Vollalarm für die Abteilungen Glems und Stadtmitte aus. Während die Kräfte noch damit beschäftigt waren, die ersten Einsatzstellen anzusteuern, zeichnete sich der nächste Einsatzschwerpunkt ab. Im Stadtteil Neuhausen trat der Glemsbach über seine Ufer und hinterließ insbesondere in der Klosterstraße eine Spur der Verwüstung.

 Normalerweise gerade einmal einen Meter breit, wuchs der Glemsbach auf eine Breite von mehr als 20 Metern. Die Wucht des Wassers riss Brücken aus ihren Fundamenten, entwurzelte Bäume und verwüstete unzählige Gärten. Bedrohlich wurde die Situation jedoch, als der Wasserspiegel so weit angestiegen war, dass das Wasser an den Gebäuderückseiten eindrang. Blitzschnell suchte sich das nasse Element seinen Weg durch die Häuser, um an den Vorderseiten wieder aus den Häusern zu schießen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite drang das Wasser in die nächsten Häuser ein. Dabei entstand ein großer Sachschaden, weil Türen und Inventar gleichermaßen in Mitleidenschaft gezogen wurden.

 Auch die Ölmühle zwischen Neuhausen und Glems wurde schwer getroffen. Die Wassermassen hatten dort unter anderem die Straße unterspült, so dass sämtliche Versorgungsleitungen freigelegt worden sind. Die Bewohner versuchten dort noch einen Wohnwagen in Sicherheit zu bringen. Die Wassermassen waren aber so stark, dass das Gefährt rund 150 Meter weit abgetrieben wurde. Zwischen Bäumen eingekeilt weiß jetzt keiner so genau, wie es geborgen werden kann.

 Die Feuerwehr war mit rund 90 Mann die gesamte Nacht über im Einsatz. Bis in die späten Nachmittagsstunden waren die Männer der Abteilung Neuhausen mit den letzten Aufräumarbeiten beschäftigt. Es grenzt fast schon an ein Wunder, dass niemand verletzt worden ist.

 Zwischen Dettingen und Metzingen stand das Wasser auf der B 28 im Bereich der Ortsumfahrung zeitweise 75 Zentimeter hoch auf der Straße. Auch hier war eine Vollsperrung und örtliche Umleitung für die Dauer von eineinhalb Stunden erforderlich.