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Einsatzbericht Tierrettung
13.10.2008 (Einsatznr. 412)

Glückliches Ende eines tierischen Absturzes: Fast drei Wochen lang saß die kleine Mischlingshündin Sissi in einem Abwasserrohr fest. Polizei und Feuerwehr befreiten jetzt das Tier, das wie durch ein Wunder überlebte.

 In der letzten Septemberwoche war die Feuerwehr Metzingen zum ersten Mal auf den Weinberg gerufen worden. Ein Mann war seinerzeit mit seiner schwarzen Hundedame Sissi Gassi gewesen. Von Böllern aufgeschreckt, die bei der Weinlese gezündet worden sind, war der Terrier dermaßen aufgeschreckt worden, dass er in einen Regenüberlauf  stürzte. Weder das besorgte Herrchen, noch die Feuerwehr konnte Sissy im Kanalsystem des Weinbergs orten, so dass die Suche seinerzeit nach mehreren Stunden erfolglos abgebrochen worden ist.

 Am Montag sind Wengerter bei der Lese auf ein erbärmliches Jaulen aufmerksam geworden, das aus einem Kanal kam. Sie verständigten deshalb die Polizei, die wiederum recht schnell feststellte, dass sie mit ihren Mitteln nicht viel ausrichten konnte: In einem Seitenkanal eines rund zehn Meter tiefen Schachtes entdeckte die Feuerwehr mit ihren Scheinwerfern leuchtende Hundeaugen.

 Nach dem Abstieg in den Entwässerungsschacht konnte das verängstigte Tier schließlich mit Leckerlis und ein paar Scheiben Wurst, die die Polizei zwischenzeitlich organisiert hatte, bis an den Rand des Abwasserrohres gelockt werden. Letztlich widerstandslos ließ sich Hundedame Sissy schließlich von Metzingens Stellvertretendem Feuerwehrkommandanten Jürgen Späth in einen Eimer legen, in dem sie schließlich zurück ans Tageslicht gezogen wurde.

 Nach fast drei Wochen im engen und nassen Kanalsystem, ohne Tageslicht und ohne Nahrung, kannte die Freude des Hundes nahezu keine Grenzen. Obwohl von der Feuerwehr behelfsmäßig mit einem zur Hundeleine modifizierten Spanngurt festgebunden, wollte Sissy keinen Schritt von den Beinen ihrer Retter weichen. Wild mit dem Schwanz wedelnd ließ sie sich ihre restlichen Leckerlis schmecken und verspeiste das restliche Mittagessen der Polizeibeamten.

 Den Beamten des Metzinger Reviers war es zwischenzeitlich auch gelungen, den Besitzer der Hundedame in Kohlberg ausfindig zu machen. Doch ehe es sich Sissy zu Hause auf ihrer Schmusedecke gemütlich machen konnte, ging es zuerst zum Tierarzt. Nach ersten Informationen hat die Hundedame ihren fast dreiwöchigen Ausflug ins Abwassersystem des Metzinger Weinbergs wie durch ein Wunder nahezu unversehrt überstanden, sieht man einmal von ein paar Kratzern ab.