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Einsatzbericht Gefahrstoffeinsatz
04.03.2009 (Einsatznr. 107)



Zur Firma Gaenslen und Völter in der Friedrich-Herrmann-Straße in Metzingen rückten  Polizei, Feuerwehr und DRK aus. Gegen 13.10 Uhr hatte ein Beschäftigter der Firma bemerkt, dass aus einem in einem Lagerraum abgestellten 50-Liter-Fass ätzend riechender Rauch entweicht und deshalb die Feuerwehr verständigt.
 Bei dem Stoff handelte es sich  um Natriumdithionid, das in der Textilindustrie als Bleichmittel verwendet wird. Das kristalline Pulver kann bei einer Reaktion mit anderen Stoffen gesundheitsschädliche Gase entwickeln oder in Brand geraten. Deshalb wurde das Gelände vorsichtshalber großräumig abgesperrt und auch ein in der Sannentalstraße befindlicher Kindergarten geräumt. Insgesamt 15 Personen, die sich in dem Firmengebäude aufgehalten hatten, wurden vom DRK und den eingesetzten Notärzten untersucht. Verletzt wurde jedoch glücklicherweise niemand.
 Die Feuerwehr Metzingen, unterstützt vom Gefahrgutzug der Feuerwehr Reutlingen,  sicherte und verlud die Chemikalie fachgerecht. Bis zum Abschluss dieser Maßnahmen wurde die Absperrung vorsichtshalber aufrechterhalten. Die Stuttgarter Straße war deshalb vom Outletcenter bis zur Kreuzung Max-Eyth-Straße bis 17.30 Uhr komplett gesperrt. Der Verkehr wurde örtlich umgeleitet.
 Vertreter des Umweltschutzamts des Landratsamts Reutlingen, sowie Beamte des Sachbereichs Gewerbe/Umwelt der Polizei Reutlingen gingen noch am Ort des Geschehens der Frage nach, warum es zu der chemischen Reaktion und damit zu der Rauchentwicklung kommen konnte.  Die Ermittlungen dauern an. Weil sich die Chemikalie jedoch selbst zu zersetzen begann, wurde sie unter Begleitschutz der Polizei und der Feuerwehr zu einer Spezialfirma zur Entsorgung gebracht. Messungen der Feuerwehr ergaben außerhalb des Gebäudes keine erhöhten Werte. In der Firma konnte Schwefeldioxyd nachgewiesen werden, so dass eine Spezialfirma mit der Reinigung des betroffenen Bereichs beauftragt werden muss.
 Wie die polizeilichen Ermittlungen ergeben haben, hat eindringende Feuchtigkeit zu der chemischen Reaktion geführt. Die in der Firma hauptsächlich zur Reinigung von Maschinen verwendete Substanz Natriumdithionid war in einem von den übrigen Produktionsräumen getrennten Raum vorschriftsmäßig gelagert worden. Aus unbekanntem Grund muss im Rahmen einer Entnahme des Stoffes unbemerkt Feuchtigkeit in das Gebinde gelangt sein, was im Laufe der Zeit zu der Reaktion und der Rauchentwicklung führte. Wann und wie dies genau vonstatten ging, konnte allerdings bislang nicht nachvollzogen werden. Hinweise auf eine Straftat ergaben sich aber nicht, vielmehr ist von einem Unfall auszugehen.
 Die Polizei Metzingen war mit insgesamt 17 Beamten, das DRK mit 12 Kräften, vier Fahrzeugen, sowie einem leitenden Notarzt vor Ort. Die Feuerwehren aus Metzingen und Reutlingen waren mit insgesamt 17 Fahrzeugen und rund 100 Einsatzkräften im Einsatz.